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Montag, 23. April 2012

YouTube, GEMA und die dpa-Parallelwelten: Wenn alle gewinnen und jeder verliert

Am vergangenen Freitag gewährte die dpa (und in der Folge Medien wie etwa Spiegel Online) Einblicke in Parallelwelten. In einer hatte vor Gericht YouTube gegen die GEMA gesiegt, in der anderen nicht. Die Verwirrung im Netz, wo sich etwa auf Twitter User fragten, ob jetzt Welt Online oder Spiegel recht haben, war aber kein Anzeichen für den Zusammenbruch der Mauer zwischen den Universen. Bei uns musste keine Variante der Fringe Division ausrücken, um Löcher zwischen den Dimensionen zu flicken. Bei uns hatte nur die dpa Mist gebaut - und in der Kette auch andere.


Montag, 23. Januar 2012

Der SOPA-Protest war weit mehr als ein "PR Stunt" - aber durch ist das Thema noch nicht

Von wegen PR-Stunt, der keine Wirkung zeigt: Die Website-Blackouts von Wikipedia & Co. in der vergangenen Woche haben nicht nur viel Aufmerksamkeit auf sich und damit auf die umstrittenen US-Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA (Stop Online Piracy Act sowie Protect Intellectual Property Act) gezogen. Der von Wikipedia, Google, Tech-Seiten, Blogs und vielen anderen Sites mitgemachte Blackout und die über ihn angestoßene Diskussion hat wohl auch SOPA und PIPA fürs erste das Licht ausgeknipst. Die politische Haltung hat sich in den USA jedenfalls sichtbar verändert, wie eine Grafik von Pro Publica zeigt:



Gleichwohl ist das Spiel um die Gesetze noch nicht vorbei, und auch die Evaluierung des Prozesses hinter den Vorhaben wie des Protests nicht. Was sich an Erkenntnissen festhalten lässt:

Montag, 17. Oktober 2011

Internet-Enquete oder Die Entdeckung der Langsamkeit

Ach ja, die Internet-Enquete.

Die geradezu wahnwitzige Geschwindigkeit, in der dieses Gremium des Bundestags mutig wichtige und richtige Entscheidungen vorantreibt, verdeutlicht folgendes Bonmot:

"Nach langwieriger Debatte beschloss das Gremium mit knapper Koalitionsmehrheit (17 zu 16), entgegen eines Anfang Juli gefassten Beschlusses doch keine Gutachten zu den beiden Themenbereichen Netzneutralität und Urheberrecht zu vergeben. Stattdessen sollen zunächst Entwürfe für mögliche Gutachten eingeholt werden, die der weiteren Arbeit der Projektgruppen zugutekommen sollen."

Mehr hier.

Statt immerhin in Auftrag gegebener Gutachten als Grundlage reden wir also als nächstes über Entwürfe dazu. Anders formuliert: Für die nächsten paar Monate passiert da auch nichts.

Zudem sind sie sich ja alle sicher, dass Netzneutralität wichtig und richtig ist, sehen sie nur weder gefährdet noch wissen sie, wie sie schützen sollen.

Ist schon interessant, dass über Schutzmethoden nachgedacht wird, wenn's doch angeblich gar keine Gefährdung gibt. Mal davon abgesehen, dass die sich aus einigen Ansinnen sehr wohl ableiten lässt.

Bei der Einlassung, Netzneutralität erlaube ja sehr wohl qualitative Unterscheidungen, stellen sich einem schon die Haare auf. Wenn manche Traffic-Art gleicher als andere ist, kann das schnell auf einen sehr rutschigen Pfad führen.