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Dienstag, 10. April 2012

Antisocial Media: Dizzlike, EnemyGraph und die Freundesmüdigkeit

Nach der Informationsflut folgt die Freundeflut: die Beschwerden häufen sich, dass Menschen in lauter Freunden und Freundesanfragen in Social Media ertrinken, der Flut zwischenmenschlichen Geplauders nicht mehr Herr werden. Freundesanfragen auf Facebook hier, Follower und DMs auf Twitter dort, Google+, Path, Instagram, Pinterest und was sonst noch alles: eine stetig wachsende Zahl von Plattformen, um sich mit immer mehr (oder immer den gleichen) Menschen zu verknüpfen, zu interagieren, soziales Verhalten ins Netz zu übertragen.

Schon schlimm, das. (Für Neuleser: Deutlicher schwenke ich das "Vorsicht, Ironie"-Schild nicht.)

Und so zeigen sich Gegenbewegungen, Reaktanzen derjenigen, denen das ewige Inter-Nettsein auf den Keks geht: Social Müdia nennt etwa Olaf Kolbrück die Ermattung durch das Soziale Netz. Dann liegen Accounts brach, Leute löschen mühsam ihre Freundeslisten auf ein geringeres Maß zusammen, heben den Daumen nur für Mitfahrgelegenheiten aus dieser ganzen anstrengend sozialen Zwonulligkeit heraus. Ein Netzwerk wie Path, das die eigenen Verdrahtungen auf 150 begrenzt, wird als Offenbarung gefeiert. (Mit Bekanntwerden des Bonusfeatures von Path, dass es hilfsbereit eine externe Kopie des Adressbuchs auf seinen Servern ablegt, kühlte die Begeisterung allerdings ab.) Oder Menschen wenden sich, als Teil dieser Fluchtbewegung, Antisocial Media zu.

Montag, 26. März 2012

Facebooks Markenzeichenmanie oder 'Wehe, du verwendest die Worte Face, Book oder Wall!'

Wenn Facebook seine Nutzungsbedingungen ändert, zielt die Kritik normalerweise darauf, welche Nutzerinhalte und –Daten dem Unternehmen seiner Meinung nach gehören. Das ist zwar auch diesmal so, es kommt aber ein anderer Streitpunkt hinzu: Facebook meint auch, dass ihm die Rechte an den Begriffen Face, Book, Poke und Wall gehören.

Photo: Jim Merithew/Wired.com. Used under (CC BY-NC)

5.6 der neuen Bestimmungen:
Du wirst unsere Urheberrechte bzw. Markenzeichen (einschließlich Facebook, die Facebook- und F-Logos, FB, Face, Poke, Book und Wall) oder irgendwelche anderen ähnlichen, leicht zu verwechselnden Zeichen ohne ausdrückliche Genehmigung in unseren Markennutzungsrichtlinien bzw. ohne unsere vorherige schriftliche Erlaubnis nicht verwenden.

Montag, 13. Februar 2012

Pinterest - Warum die Bilder-Community Tyler Durdens schlimmster Albtraum ist

Das US-Startup Pinterest hat in den vergangenen Wochen in Deutschland einiges an Beachtung gefunden. Weil die Bildercommunity hypewürdig wächst. Weil sie interessante Chancen für Social Commerce bietet. Und weil einige glauben, dass sie ein ganz großes Ding wird. Ich möchte dieser Diskussion gern meine Zweifel am letzten Punkt mit folgendem Gedanken hinzufügen:

Pinterest ist Tyler Durdens schlimmster Albtraum.

Warum? An zentraler Stelle bringt Brad Pitts Charakter in Fight Club seine Philosophie auf folgenden Punkt:
"Du bist nicht das Geld auf deinem Konto. Nicht das Auto, das du fährst. Nicht der Inhalt deiner Brieftasche. Und nicht deine blöde Cargo-Hose."
Im Original heißt letzteres "You are not your fucking khakis".
Auf Pinterest allerdings ist man seine verdammte Hose. Oder das Auto, das man gerne hätte. Die Kleidungsstücke, die einem gefallen. Und alle anderen Produktbilder, die man an seine Boards pinnt.