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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ab in die Kühltruhe - Facebook, Apple, Social Freezing und technische Lösungen für gesellschaftliche Probleme

Auf den ersten Blick wirkt es recht skurril: NBC News zufolge bieten Apple und Facebook ihren Mitarbeiterinnen künftig auch Social Freezing, also das Einfrieren von Eizellen, im Rahmen der Gesundheits- und Bonuspakete an. 

"Kinder kriegen und Karriere machen ist für dich als Frau nicht vereinbar? Dann leg doch ein paar Eizellen auf Eis und krieg' die Kinder später."

Eine technische Lösung für ein gesellschaftliches Problem. Was erwartet man sonst auch von Tech Companies? So gehen sie Probleme nun mal an.

Ganz so simpel ist es aber nicht.
 
Ganz so eindimensional, wie es in der weiteren Berichterstattung und Diskussion großteils rüberkommt, ist es ebenfalls nicht.

Bild: Claudia Hautumm  / pixelio.de

Die Diskussion entwickelt gerade zwei Pole: Den "Toll, wie fortschrittlich, das schafft Frauen echt Spielräume"-Pol und den "Was für eine durchtriebene Falle und ein völlig falsches Signal"-Pol.

Interessanter finde ich das Spannungsfeld dazwischen.

Es geht schon damit los, dass die Diskussion sich auf das Einfrieren von Eizellen als Angebot der Techies an Frauen fokussiert. Dabei geht fast überall unter, dass das keine singuläre Maßnahme darstellt, sondern als Option in den entsprechenden Benefit-Paketen der Unternehmen auftaucht.

Gerade bei Silicon-Valley-Größen gibt es inzwischen umfangreiche Benefit- und Perks-Programme, um Mitarbeitern Anreize jenseits des Gehalts zu bieten. Und, was man als Westeuropäer nicht vergessen darf: Die Amerikaner haben ein derart irrwitziges Gesundheitssystem, dass es in der Tat hochrelevant ist, welche Art von Gesundheitsvorsorge der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern anbietet und finanziert.

Dienstag, 31. Juli 2012

Olympia und die Unsportlichkeiten von NBC oder "Unser Publikum ist zu blöd für einen Livestream"

Willkommen zu den digitalen Spielen: So viel Online wie jetzt zu London 2012 war bei Olympia noch nie – allein während der Eröffnungsfeier zählte Twitter 9,66 Millionen Tweets.  Und ARD und ZDF sind ganz vorne dabei, wenn es um den trimedialen Wettkampf und das Online-Streaming der Spiele geht – wie Kollegin Lena Herrmann lobend feststellt.

Interessanterweise schlagen sich die alten Damen ARD und ZDF (wie auch ihre britische Cousine, die BBC) dabei weit besser als der US-Sender NBC. Denn während hierzulande im Wesentlichen der VPRT über ARD und ZDF grummelt, hielt sich #NBCfail übers Wochenende hartnäckig als Trending Topic bei Twitter.

Mir ist bewusst, dass ich mit einem Text zu NBCfail eher spät dran bin, das passt zum Thema aber irgendwie ganz gut. Denn losgetreten hat den Netz-Ärger über die Olympia-Berichterstattung NBCs Festhalten an der zeitverschobenen Ausstrahlung von Aufzeichnungen. Die Eröffnungszeremonie etwa gab es erst Stunden später im TV, als Livestream war sie nicht mal im Netz zu sehen. Und die jetzt live gestreamten Sportarten setzen ein kostenpflichtiges Kabelpaket voraus. NBCs Fokus liegt auf den Stunden später in der TV-Prime-Time ausgestrahlten Sahnestücken, also den Sportarten mit guten amerikanischen Medaillenchancen. Die darf sich das Fernsehpublikum dann mit stundenlanger Zeitverzögerung als Abendprogramm ansehen. 

Das ZDF dagegen war bei der Eröffnungsfeier mit parallelem Livestream in der Mediathek vorbildlich multimedial. Die Mainzer demonstrierten sogar eindrucksvoll die Vorteile des Digitalabrufs - im Livestream konnte man sich als Zuschauer den Kommentar von Wolf-Dieter Poschmann samt flankierender "Experten" ersparen. Selten hat Web-TV so klar gepunktet. (Nochmals danke für den Mediathek-Hinweis an @KathrinM.)