Manchmal scheint es im Mobile-Geschäft um mehr als nur um
Geschäft zu gehen. Als wäre der Wettstreit zwischen Apples iOS und Googles
Android nicht schlicht das Aufeinandertreffen zweier Betriebssysteme, zweier
Marken, sondern eine epische Schlacht: Gut gegen Böse, Richtig gegen Falsch,
Goliath gegen, naja, Goliath.
Es ist immer irgendwie erheiternd, wenn es geframt wird als
Kampf des bösen Monopolisten gegen den aufmüpfigen kleinen Freiheitskämpfer.
Wir reden hier vom Wettstreit zwischen der wertvollsten und der drittwertvollsten Marke der Welt.
Aber bleiben wir bei der Duell-Darstellung, auch wenn diese
Samsung, Microsoft & Co. maximal Raum für die Rolle der Sekundanten oder
der Zuschauer lässt. Denn diese mythische Überhöhung gründet sich nicht nur
darauf, dass es um zwei Riesen und einen relevanten, umsatzträchtigen
Markt geht. Hier treffen zwei Philosophien aufeinander. Es geht um den Kampf
Offen gegen Geschlossen, Chaos gegen Kontrolle, Individualisierbar gegen
Vorgeschrieben. Kurz darum, ob Apples geschlossener, streng zurecht
geschnittener Garten oder Androids bewusst geförderter Wildwuchs das mobile
Ökosystem darstellen, in dem man leben will.
Es geht darum, welche Philosophie die richtige ist, ob sich
die Wahrheit mittels Zahlen beweisen lässt und ob sich Geschichte wiederholt.
