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Mittwoch, 9. Mai 2012

Touché: Disney Research und die Touch-Steuerung für alles

Durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets (ok, iPads) stoßen Berührungssteuerungen auf zunehmend mehr Begeisterung bei Entwicklern und Endnutzern. Mit der Technologie Touché hat Disney Research nun ein Konzept entwickelt, das Touch-Steuerung auf so ziemlich alles übertragbar macht: Türknäufe, Tischflächen, selbst der menschliche Körper lässt sich als Interface nutzen. Sogar der Kontakt mit Flüssigkeiten lässt sich als Steuerungsprozedur verwenden.

Quelle: Disney Research Demo-Video.
Von wegen Display-Uhr, über die ich dann Programme auf meinem Smartphone steuern kann, ohne es aus der Tasche zu ziehen: Mit Touché bräuchte der Nutzer nur zwei schmale Armbänder, um Befehle per Handstreich auszuführen - auf der eigenen Haut. Mit zwei Fingern in die Handfläche klopfen stoppt dann etwa den Musikplayer. Dafür braucht es nur einen Draht, vielleicht noch eine Elektrode.

Dienstag, 31. Januar 2012

Heveling und der digitale Graben – Sinnvolle Netzpolitikdebatten weiter Fehlanzeige

Den reichlich skurrilen Blut-und-Boden-Gastkommentar des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt dürfte gestern so ziemlich jeder im Netz mitbekommen haben. An wem es vorbeiging: Der CDU-Mann erklärt darin den "digitalen Maoisten" den Krieg und ihren Untergang, sieht das Web 2.0 als "imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation" und glaubt ganz generell, dass das mit dem Internet wieder vorbeigeht, die Frage ist bloß, wie schädlich es vorher für die "realen Menschen" wird. Ganz nebenbei dichtet er noch das Motto der französischen Revolution auf Freiheit, Demokratie und Eigentum um.

So sehr es Getrolle des Handelsblatt war, das Ding online zu stellen und explizit mehr Kommentarmöglichkeiten einzuräumen als sonst – so klar waren auch die Gegenreaktionen: Viel Satire und Kopfschütteln auf Twitter, einige gute Artikel in Blogs und auf Mediensites. Und der unvermeidliche Hack von ansgar-heveling.de.

Nicht nur an Hevelings schrägem Text, auch an den Reaktionen zeigt sich deutlich: Wir haben noch immer einen tiefen digitalen Graben, über den hinweg so gut wie keine sinnvollen Netzpolitikdebatten möglich sind.

Montag, 17. Oktober 2011

Internet-Enquete oder Die Entdeckung der Langsamkeit

Ach ja, die Internet-Enquete.

Die geradezu wahnwitzige Geschwindigkeit, in der dieses Gremium des Bundestags mutig wichtige und richtige Entscheidungen vorantreibt, verdeutlicht folgendes Bonmot:

"Nach langwieriger Debatte beschloss das Gremium mit knapper Koalitionsmehrheit (17 zu 16), entgegen eines Anfang Juli gefassten Beschlusses doch keine Gutachten zu den beiden Themenbereichen Netzneutralität und Urheberrecht zu vergeben. Stattdessen sollen zunächst Entwürfe für mögliche Gutachten eingeholt werden, die der weiteren Arbeit der Projektgruppen zugutekommen sollen."

Mehr hier.

Statt immerhin in Auftrag gegebener Gutachten als Grundlage reden wir also als nächstes über Entwürfe dazu. Anders formuliert: Für die nächsten paar Monate passiert da auch nichts.

Zudem sind sie sich ja alle sicher, dass Netzneutralität wichtig und richtig ist, sehen sie nur weder gefährdet noch wissen sie, wie sie schützen sollen.

Ist schon interessant, dass über Schutzmethoden nachgedacht wird, wenn's doch angeblich gar keine Gefährdung gibt. Mal davon abgesehen, dass die sich aus einigen Ansinnen sehr wohl ableiten lässt.

Bei der Einlassung, Netzneutralität erlaube ja sehr wohl qualitative Unterscheidungen, stellen sich einem schon die Haare auf. Wenn manche Traffic-Art gleicher als andere ist, kann das schnell auf einen sehr rutschigen Pfad führen.