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Freitag, 24. August 2012

Disney Researchs Revel: Augmented Reality für den Tastsinn

Schon immer gefragt, wie sich eine virtuelle Textur so anfühlt? Disney Research arbeitet daran, Antworten zu liefern. Mit Augmented Reality für den Tastsinn - ohne VR-Handschuhe oder ähnlichen Schnickschnack.

Wenn wir von Augmented Reality, also der Erweiterung der Realität durch virtuelle Elemente, reden, denken wir meist nur an visuelle Erweiterungen. Überblendungen in Smartphone-Displays oder Brillen etwa. Menschen nehmen die Wirklichkeit (besser gesagt: unser Konstrukt davon) aber noch über einige andere Sinne wahr. Einer davon: Der Tastsinn, der sich dank des Siegeszugs der Touch-Displays ohnehin großer Beachtung bei Interface-Entwicklern erfreut. 

Ein Team von Disney Research entwickelt mit Revel nun eine Technologie, um Alltagsgegenstände mit überschaubarem Aufwand so auszustatten, dass für Menschen virtuelle Oberflächenstrukturen fühlbar werden, wenn sie sie berühren. AR für den Tastsinn. Taktiles Feedback aus dem Rechner.

 Mit Revel fühlt der Nutzer die virtuelle Oberflächentextur am Objekt. Bild: Disney Research.

Das Konzept dahiner ist reverse electrovibration (daher Revel), also umgekehrte Elektrovibration. Bevor ihr jetzt in mentale Horrorvorstellungen abdriftet: Bei Elektrovibration geht es um eine Wirkung elektrostatischer Felder. Wenn auf einem leitenden Objekt eine schwache, oszillierende Spannung liegt und ein geerdeter Nutzer dieses Objekt berührt und darüber streicht, dann spürt er Reibung. Bewegt sich der Finger nicht, spürt der Anwender auch nichts. Die Modulation der Spannung führt dabei zu unterschiedlichen Reibungseffekten, fühlt sich also nach unterschiedlichen Oberflächen an. Eine sinusförmige Wechselspannung etwa sieht nicht nur im Oszilloskop wie eine abgerundete Wellenkurve aus, sie fühlt sich auch abgerundeter an. (Detaillierter erklärt im Revel-Paper.)

Montag, 4. Juni 2012

Kinect, Leap & Co.: Fingerzeige für die Post-Touch-Steuerung


Vom Jump & Run zur Vaskulären Chirurgie: Die Karriere, die in den letzten Jahren Konzepte für Gesten- Bewegungssteuerung hingelegt haben, ist schon faszinierend. Populär gemacht hat sie schließlich der Einsatz in Nintendos Wii, Sony und Microsoft zogen mit Move beziehungsweise Kinect nach. Und inzwischen haben sich für Microsofts Kinect zahlreiche Nebenschauplätze geöffnet, die diese Art der Steuerung weiter denken. 

Den Rechner mit Fingerzeig dirigieren - Quelle: Leap Motion Demo Video.


Am King’s College London etwa testen momentan Gefäßchirurgen ein auf Kinect for Windows basierendes Programm zur Steuerung von Bildsystemen, die die Patientenanatomie darstellen. Momentan ist da das Operationsgebiet aus verschiedenen zweidimensionalen Perspektiven betrachtbar. Über das Programm kann der Chirurg direkt über Gesten oder Stimmbefehle die Bilddarstellungen so wechseln und verändern, wie er es gerade braucht. Ohne wie sonst üblich entweder einen Assistenten zu benötigen, dem er die gewünschte Bildveränderung erklären muss oder gar selbst via Hand die Veränderungen vorzunehmen, was für sterile Operationen eher ungünstig ist. So erfasst der Kinect-Sensor die Handbewegungen vor dem Bildschirm und übersetzt die in Steuerungsbefehle – berührungsfrei.

Nächster geplanter Schritt in diesem Projekt ist im Übrigen die Darstellung von dreidimensionalen Hirnmodellen, um Neurochirurgen bei der Arbeit zu helfen. Von purer Spielerei ist dieser praktische Einsatz zur Steuerung von Bildsystemen also einigermaßen weit entfernt.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Touché: Disney Research und die Touch-Steuerung für alles

Durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets (ok, iPads) stoßen Berührungssteuerungen auf zunehmend mehr Begeisterung bei Entwicklern und Endnutzern. Mit der Technologie Touché hat Disney Research nun ein Konzept entwickelt, das Touch-Steuerung auf so ziemlich alles übertragbar macht: Türknäufe, Tischflächen, selbst der menschliche Körper lässt sich als Interface nutzen. Sogar der Kontakt mit Flüssigkeiten lässt sich als Steuerungsprozedur verwenden.

Quelle: Disney Research Demo-Video.
Von wegen Display-Uhr, über die ich dann Programme auf meinem Smartphone steuern kann, ohne es aus der Tasche zu ziehen: Mit Touché bräuchte der Nutzer nur zwei schmale Armbänder, um Befehle per Handstreich auszuführen - auf der eigenen Haut. Mit zwei Fingern in die Handfläche klopfen stoppt dann etwa den Musikplayer. Dafür braucht es nur einen Draht, vielleicht noch eine Elektrode.