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Freitag, 24. Februar 2012

The Internet is for Porn – gibt es eine Rule 34 für Geschäftsideen?

Vorbemerkung: Wie eigentlich schon der Titel dieses Posts klar machen sollte, hat er zumindest das Potenzial, NSFW zu sein.

In den letzten Wochen fällt eins wieder auf: Kaum gehen genug Artikel über ein heißes neues Startup, eine gute neue Internet-Idee rum, folgen kurz darauf unweigerlich die Sexindustrie-Klone. Bei Pinterest etwa Snatchly oder Pornterest (kreativ, Jungs). Und bei Crowdfunding-Plattformen, bei denen letztens der ebenso zügige wie erfreuliche Erfolg der Kickstarter-Finanzierung von Double Fine Adventure für Schlagzeilen sorgte, schlägt jetzt die Porno-Variante Offbeatr auf. (Über die ich via Technikfaultiers Google+-Stream gestolpert bin.)
Das ist kein Witz, die Jungs haben sogar ein Präsentationsvideo:



Vielleicht liegt’s nur an mir, aber durch Gruppenleistung ermöglichter Pornofilm klingt irgendwie dreckig. Wer seine Bude allerdings Offbeatr nennt, dem ist das auch schon egal.

Die Frage, die sich mir hier nun stellt, ist: Gibt es eine Rule 34 für Internet-Geschäftsideen? Frei nach dem Motto: Wenn du es dir als Online-Site vorstellen kannst, gibt es eine Porno-Variante davon? Wir könnten es ja Regel 44 nennen, die ist noch frei. (Nein, wir werden’s nicht Regel 69 nennen, ihr Armleuchter.)

Sonntag, 27. November 2011

Augmented Reality über Kontaktlinsen - Das Netz auf der Netzhaut

Ein Team amerikanischer Wissenschaftler lässt Kaninchen "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielen. Genauer: Sie haben an ihnen eine Kontaktlinse für Augmented Reality getestet. Also eine Linse, die zusätzliche digitale Elemente ins Sichtfeld einblenden kann.

Zugegebenermaßen eine, die bislang einen ganzen Pixel zustande bringt. Und noch ist auch nicht praktisch geklärt, wie aus den Pixeln ein tatsächlich fokussierbares Bild entstehen soll. Trotzdem ist es ein erster Mosaikstein für die Szenarien, die Wissenschaftler wie Michio Kaku entwerfen: Das Netz auf der Netzhaut, die komplette, bruchlose Verdrahtung mit dem Web via Augmented Reality als Teil unseres Alltags. Direkt ins Sichtfeld schwimmende Google-Suchergebnisse zu meiner Umgebung durch ein Zwinkern.

Wie das aussehen könnte, hat er The Daily erzählt:


Das mit der Kontaktlinse hat The Daily auch vertextet: Hier.

Man sollte dazu wissen, dass sich Kaku auf einen Zeitraum innerhalb der nächsten 20 Jahre bezieht. Und dabei so weit extrapoliert, dass er eigentlich auch sagen könnte, mit einem Augenverdrehen lassen sich dann auch Zusatzinformationen zu den an mir vorbeifliegenden Schweinen abrufen.

Interessant ist das Thema und der Kontaktlinsentest trotzdem, als Schritt hin zu Szenarien, wie sie etwa die Science-Fiction-Autoren Warren Ellis in Doktor Sleepless nebenbei oder Charles Stross als wesentlichen Teil in Halting State und Rule 34 verwenden. Wer Stross nicht aufgrund seiner Bücher kennt, dem ist er in der letzten Zeit unter Umständen durch seine Sezierung von Klout begegnet.

In der Welt von Halting State und Rule 34 jedenfalls sind Displaybrillen, über die jeder ständig in verschiedenen Layern via Augmented Reality Zusatzinformationen zur Welt um ihn herum bekommt, völlig normal. Da dient dann auch mal der Coffeeshop als Büro, weil der digitale Papierkram genausogut von da erledigt werden kann, Polizisten sehen neben jedem Klingelschild die Akte der betreffenden Person und Smartphones haben verschiedene Personas für den beruflichen oder dienstlichen Gebrauch. Die erweiterte Realität wird so im Wortsinn Teil der Wirklichkeit, des Normalen.

Halting State ist auch ansonsten lesenswert, aber gerade das Szenario finde ich interessant - und wie darin dargestellt wird, welche Auswirkungen diese Technik auf Alltag und Gesellschaft haben würde. Für mich eine durchaus faszinierende Frage. Unabhängig davon, inwieweit man glaubt, dass es so kommen wird oder was man davon hielte.

Vor einigen Jahren hat auch kaum einer ernsthaft geglaubt, dass wir alle mit Smartphones rumrennen werden und jederzeit über ein Gerät in der Hosentasche mit dem Internet verbunden sind. Wir sind noch mittendrin, die Auswirkungen dessen zu erkunden - auch, weil dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist.

Wobei Displaybrillen mir zum einen naheliegender erscheinen und zum anderen auch lieber wären als Kontaktlinsen.

Vielleicht sehen Kaninchen das aber anders.