Auch wenn die große Aufmerksamkeit der Spots aus dem Super-Bowl-Werbeblock hierzulande dicken Hunden, Samsungs iPhone-Schelte oder per Xenonlicht verdampften Vampiren galt – eine der gelungensten Spotpremieren lieferte Clint Eastwood für Chrysler ab. Über kaum einen Spot wurde via Social Media so stark diskutiert wie über "Halftime in America", kaum einer hat so viele Videoreaktionen auf YouTube neben sich stehen, kein anderer ist in die Wahlkampfdebatte der US-Politiker miteinbezogen worden.
All das, weil der Zweiminüter der Agentur Wieden + Kennedy richtig gut gelungen ist, er die richtigen Knöpfe drückt und mehr als Inspirational denn als stumpfe Auto-Abverkaufe daherkommt. Und damit den Kontext, in dem er gelaufen ist, so perfekt bedient.
Ich kann jeden verstehen, der sich aus europäischer Perspektive bei dieser "America the Brave"-Nummer nicht angesprochen fühlt. Aber betrachtet man ihn in dem Kontext, für den er gedacht war, dann hat er seine Zielgruppe wohl genau an der richtigen Stelle getroffen.
Eine Spielwiese zu den Themen Digitale Medien, Technologie, Social Media, Mobile, App Economy, E-Commerce, Netzpolitik und Zukunftstrends, garniert mit Analogien zum digitalen Leben. Vorsicht, freilaufender Sarkasmus.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Sonntag, 5. Februar 2012
Fernglas in die Zukunft: Cornings A Day Made of Glass 2
Der Kleiderschrankspiegel als Display, das komplett vernetzte Klassenzimmer und die Glasbürowand fürs Video-Conferencing: IT- und Tech-Unternehmen sind nicht die einzigen, die in professionellen Clips ihre Vorstellung davon skizzieren, wie wir in Zukunft leben werden. Auch der Glashersteller Corning wirft jetzt erneut einen Blick durchs Fernglas auf die Zukunft. Erneut, weil A Day Made Of Glass 2 – wer hätte es gedacht – die Fortsetzung von A Day Made of Glass darstellt. Ein Clip aus dem letzten Jahr, der bei YouTube durch die Decke ging, obwohl man ihn auch als hochwertig gemachten Produktpräsentationsclip verstehen konnte.
Der neue Teil vertieft den Vorgänger in doppelter Hinsicht: Er wirft zum einen einen genaueren Blick auf den Alltag der futuristischen Familie. Zum anderen legt das Unternehmen ihn in zwei Varianten vor – einer unkommentierten und einer satte 11:25 Minuten langen moderierten Fassung.
Der neue Teil vertieft den Vorgänger in doppelter Hinsicht: Er wirft zum einen einen genaueren Blick auf den Alltag der futuristischen Familie. Zum anderen legt das Unternehmen ihn in zwei Varianten vor – einer unkommentierten und einer satte 11:25 Minuten langen moderierten Fassung.
Donnerstag, 2. Februar 2012
Amazons Quartalszahlen sind nicht enttäuschend, sondern Zeichen einer langfristigen Strategie
Nach der Veröffentlichung von Amazons Quartalszahlen ist der Aktienkurs erst mal 8,8 Prozent abgerutscht. Weil Analysten ein Drittel Umsatz mehr zu wenig fanden. Und sie der Gewinneinbruch wie der vom Online-Händler für Q1 2012 erwartete Verlust von 100 bis 200 Millionen Dollar schockte.
Die Wiwo zitiert via Bloomberg den Analysten Colin Gillis mit den Worten: "Die Enttäuschung beim Umsatz hat das Momentum zerstört. Die Wachstumsstory bricht gerade zusammen."
Mitnichten. Wir sehen die Befestigung ihrer Brückenköpfe, das ist alles.
Die Wiwo zitiert via Bloomberg den Analysten Colin Gillis mit den Worten: "Die Enttäuschung beim Umsatz hat das Momentum zerstört. Die Wachstumsstory bricht gerade zusammen."
Mitnichten. Wir sehen die Befestigung ihrer Brückenköpfe, das ist alles.
Dienstag, 31. Januar 2012
Heveling und der digitale Graben – Sinnvolle Netzpolitikdebatten weiter Fehlanzeige
Den reichlich skurrilen Blut-und-Boden-Gastkommentar des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt dürfte gestern so ziemlich jeder im Netz mitbekommen haben. An wem es vorbeiging: Der CDU-Mann erklärt darin den "digitalen Maoisten" den Krieg und ihren Untergang, sieht das Web 2.0 als "imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation" und glaubt ganz generell, dass das mit dem Internet wieder vorbeigeht, die Frage ist bloß, wie schädlich es vorher für die "realen Menschen" wird. Ganz nebenbei dichtet er noch das Motto der französischen Revolution auf Freiheit, Demokratie und Eigentum um.
So sehr es Getrolle des Handelsblatt war, das Ding online zu stellen und explizit mehr Kommentarmöglichkeiten einzuräumen als sonst – so klar waren auch die Gegenreaktionen: Viel Satire und Kopfschütteln auf Twitter, einige gute Artikel in Blogs und auf Mediensites. Und der unvermeidliche Hack von ansgar-heveling.de.
Nicht nur an Hevelings schrägem Text, auch an den Reaktionen zeigt sich deutlich: Wir haben noch immer einen tiefen digitalen Graben, über den hinweg so gut wie keine sinnvollen Netzpolitikdebatten möglich sind.
So sehr es Getrolle des Handelsblatt war, das Ding online zu stellen und explizit mehr Kommentarmöglichkeiten einzuräumen als sonst – so klar waren auch die Gegenreaktionen: Viel Satire und Kopfschütteln auf Twitter, einige gute Artikel in Blogs und auf Mediensites. Und der unvermeidliche Hack von ansgar-heveling.de.
Nicht nur an Hevelings schrägem Text, auch an den Reaktionen zeigt sich deutlich: Wir haben noch immer einen tiefen digitalen Graben, über den hinweg so gut wie keine sinnvollen Netzpolitikdebatten möglich sind.
Sonntag, 29. Januar 2012
Nokias Zahlen: Lumia & Co. haben die Flammen auf der Ölplattform noch nicht gelöscht
Nokias Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2011 haben eines deutlich gezeigt: Die Feuer auf der "brennenden Ölplattform", die CEO Stephen Elop vergangenen Februar als Analogie für den Zustand des finnischen Telekommunikationskonzern wählte, sind noch lange nicht gelöscht.
Stattdessen gibt der Stützpfeiler namens Symbian noch rasanter nach, als Nokia dachte – mit über einer Milliarde Euro Verlust im Geschäftsjahr 2011 sacken die Finnen ordentlich ab. 2010 stand da noch ein Gewinn von 1,8 Milliarden. Verbunden mit saftigen 21 Prozent Umsatzeinbruch wird keiner widersprechen, wenn man sagt: Elop hat das Ruder keinesfalls zu früh rumgerissen, als er die Kooperation mit Microsoft einging.
Stattdessen gibt der Stützpfeiler namens Symbian noch rasanter nach, als Nokia dachte – mit über einer Milliarde Euro Verlust im Geschäftsjahr 2011 sacken die Finnen ordentlich ab. 2010 stand da noch ein Gewinn von 1,8 Milliarden. Verbunden mit saftigen 21 Prozent Umsatzeinbruch wird keiner widersprechen, wenn man sagt: Elop hat das Ruder keinesfalls zu früh rumgerissen, als er die Kooperation mit Microsoft einging.
Mittwoch, 25. Januar 2012
Von Lätta und Facebook-Marketing-Apps als Luftnummer
Halbgare Facebook-Werbeidee für Halbfettmargarine: Es ist sicher nicht so, dass Social-Media-Marketing, Aktionen via Facebook-Apps und ähnliche Ideen nur heiße Luft sind. Da lassen sich auch sehr gehaltvolle Konzepte umsetzen. Bei der Halbfettmargarinemarke Lätta hat man sich passenderweise aber gegen ein solches entschieden. Stattdessen wird die neue "Lätta & luftig" über eine Gewinnspiel-Mitmachaktion beworben, bei der die Facebook-Fans eine Heißluftballonfahrt gewinnen können. Dazu müssen sie – hier kommt der Teil, bei dem die hoch hinaus strebenden kreativen Hirne in eine schwere Wolkenfront gerieten – an einem Fotowettbewerb teilnehmen.
Montag, 23. Januar 2012
Der SOPA-Protest war weit mehr als ein "PR Stunt" - aber durch ist das Thema noch nicht
Von wegen PR-Stunt, der keine Wirkung zeigt: Die Website-Blackouts von Wikipedia & Co. in der vergangenen Woche haben nicht nur viel Aufmerksamkeit auf sich und damit auf die umstrittenen US-Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA (Stop Online Piracy Act sowie Protect Intellectual Property Act) gezogen. Der von Wikipedia, Google, Tech-Seiten, Blogs und vielen anderen Sites mitgemachte Blackout und die über ihn angestoßene Diskussion hat wohl auch SOPA und PIPA fürs erste das Licht ausgeknipst. Die politische Haltung hat sich in den USA jedenfalls sichtbar verändert, wie eine Grafik von Pro Publica zeigt:
Gleichwohl ist das Spiel um die Gesetze noch nicht vorbei, und auch die Evaluierung des Prozesses hinter den Vorhaben wie des Protests nicht. Was sich an Erkenntnissen festhalten lässt:
Gleichwohl ist das Spiel um die Gesetze noch nicht vorbei, und auch die Evaluierung des Prozesses hinter den Vorhaben wie des Protests nicht. Was sich an Erkenntnissen festhalten lässt:
Montag, 16. Januar 2012
Hello, PC - Mit rudernden Armen Richtung Natural User Interfaces
Vor einigen Monaten haben viele noch gelacht, als der sprachgesteuerte Assistent Siri für Apples iPhone vorgestellt wurde. Was, ich soll mit meinem Handy reden? Jetzt, rund um die CES-Messe in Vegas, reden auf einmal ganz viele von Sprachsteuerung – und auch Gestensteuerung. Hersteller wie Samsung zeigen Fernseher, die sich via Sprachbefehl bedienen lassen. Microsoft bringt die Sprach- und Gestensteuerung Kinect von seiner Konsole Xbox auf PCs – für TV-Funktionen kommt sie via Xbox live auch voran.
We’re dragged screaming and kicking in the age of the Natural User Interface, sozusagen. Nur kann das Mit-Händen-und-Füßen-wehren auch aus einem simplen Schulterzucken bestehen. Marke 'Was soll ich damit?'
Was es also soll: Zunächst entfernen Natural User Interfaces Barrieren, reduzieren Komplexität (wenn sie so funktionieren, wie sie sollen, versteht sich.) Es ist ein simplerer, direkterer Weg der Interaktion. Es geht nicht darum, sich wie in Star Trek zu fühlen, sondern darum, Dinge einfacher zu gestalten.
We’re dragged screaming and kicking in the age of the Natural User Interface, sozusagen. Nur kann das Mit-Händen-und-Füßen-wehren auch aus einem simplen Schulterzucken bestehen. Marke 'Was soll ich damit?'
Was es also soll: Zunächst entfernen Natural User Interfaces Barrieren, reduzieren Komplexität (wenn sie so funktionieren, wie sie sollen, versteht sich.) Es ist ein simplerer, direkterer Weg der Interaktion. Es geht nicht darum, sich wie in Star Trek zu fühlen, sondern darum, Dinge einfacher zu gestalten.
Montag, 9. Januar 2012
Augmented-Reality-Kontaktlinsen, Berührbare Hologramme und mehr: Microsoft arbeitet an der Zukunft
Das muss man Microsoft lassen: Sie entwerfen nicht nur hübsch anzusehende Visionen, wie unser Alltag in Zukunft aussehen könnte, sie arbeiten auch hart daran, dass wir uns dorthin bewegen.
Microsoft Research schraubt an einer ganzen Reihe spannender Projekte, um die altbackene Realität zu erweitern: So arbeiten sie gemeinsam mit der University of Washington eifrig an den hier schon mal angerissenen Augmented-Reality-Kontaktlinsen. Während da immer noch die Pixelzahl und die Frage der Fokussierung auf der Netzhaut gelöst werden müssen, schaut es für die funktionale Kontaktlinse offenbar schon ganz gut aus: Eine Linse, die per Glukose-Sensor bei Diabetikern den Spiegel misst und die Info drahtlos überträgt. Die Anwendungsszenarien dahinter - auch für andere medizinische Bereiche - sind durchaus spannend.
Microsoft Research schraubt an einer ganzen Reihe spannender Projekte, um die altbackene Realität zu erweitern: So arbeiten sie gemeinsam mit der University of Washington eifrig an den hier schon mal angerissenen Augmented-Reality-Kontaktlinsen. Während da immer noch die Pixelzahl und die Frage der Fokussierung auf der Netzhaut gelöst werden müssen, schaut es für die funktionale Kontaktlinse offenbar schon ganz gut aus: Eine Linse, die per Glukose-Sensor bei Diabetikern den Spiegel misst und die Info drahtlos überträgt. Die Anwendungsszenarien dahinter - auch für andere medizinische Bereiche - sind durchaus spannend.
Dienstag, 3. Januar 2012
Neujahr 2012: Ein paar gute Vorsätze für die Medienbranche
Nach den ganzen Jahresrückblicken vorher ist der Jahresbeginn ja klassischerweise ein Moment, in dem man nach vorne sieht und Vorsätze fasst. Da meine eigenen nur von begrenztem Interesse wären und ich eine Branche verfolge, die sich gerne mal mit Entscheidungen schwer tut, hier eine kleine Handreichung:
Gute Vorsätze für die Medienbranche 2012:
Gute Vorsätze für die Medienbranche 2012:
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